Somatic Experiencing® in Berlin
Körperorientierte Traumabegleitung für mehr Sicherheit, Verbundenheit und Selbstkontakt
Manche Erfahrungen sind zu viel, zu schnell, zu doll oder zu einsam. Auch wenn sie längst vorbei sind, können sie im Körper und im Nervensystem nachhaltig ihre Spuren hinterlassen: als Anspannung, Erschöpfung, innere Unruhe, Hoffnungslosigkeit, Überforderung, Taubheit, Angst, Rückzug oder das Gefühl, nicht richtig im eigenen Körper zu sein.
Somatic Experiencing® (SE) ist ein körperorientierter Ansatz zur Arbeit mit Trauma und Stress. Dabei steht nicht die Geschichte im Mittelpunkt, sondern vor allem die Frage: Was passiert heute in deinem Körper und Nervensystem, wenn etwas berührt oder erinnert wird?
In meiner Arbeit mit SE geht es nicht darum, dich schnell in schmerzhafte Erinnerungen hineinzuführen, denn das könnte retraumatisieren. Es geht darum, langsam und behutsam wahrzunehmen, was da ist, innere und äußere Ressourcen zu stärken und deinem Nervensystem neue Erfahrungen von Sicherheit, Orientierung und Handlungsmöglichkeit anzubieten.
Auf diese Weise kann dein gesamtes System gestärkt und widerstandsfähiger (resilienter) gegenüber den Herausforderungen des Lebens werden. Gleichzeitig wachsen Kapazitäten des Erlebens von Freude, Leichtigkeit, Verbundenheit und Entspannungsfähigkeit.
Ich arbeite als Heilpraktiker*in für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz und befinde mich am Ende meiner Ausbildung in SE (2,5 von 3 Jahren absolviert). Meine Begleitung ist traumasensibel, körperorientiert, queer- und transaffirmativ, machtkritisch und diskriminierungssensibel.
Was ist Somatic Experiencing?
Somatic Experiencing (SE) wurde von Peter A. Levine entwickelt und ist ein körperorientierter Ansatz zur Begleitung von Trauma und Stressreaktionen. Im Zentrum steht die Arbeit mit dem Nervensystem und mit körperlichen Empfindungen.
Traumatische oder überwältigende Erfahrungen können dazu führen, dass der Körper weiterhin in Alarm, Erstarrung, Rückzug oder innerer Anspannung bleibt – auch dann, wenn die konkrete Situation längst vorbei ist. Manchmal wissen wir im Kopf, dass wir heute sicherer sind, aber der Körper reagiert trotzdem, als wäre Gefahr noch da.
SE setzt genau dort an: bei Empfindungen, Impulsen, inneren Bewegungen, Grenzen, Orientierung und Ressourcen. Es geht darum, den Körper nicht als Problem zu betrachten, sondern als wichtigen Teil der Verarbeitung.
Dabei muss nicht alles im Detail erzählt oder noch einmal durchlebt werden. Häufig arbeiten wir mit kleinen Ausschnitten, mit dem, was im Moment, im Hier und Jetzt spürbar ist, und mit dem, was deinem System hilft, mehr Halt und Sicherheit zu finden.
Hier kannst du mehr zu Somatic Experiencing erfahren.
Wann Somatic Experiencing passend sein kann
Somatic Experiencing kann hilfreich sein, wenn du dein Nervensystem besser verstehen möchtest und durch Sprechen allein mit deinen Themen nicht mehr richtig weiterkommst. Vielleicht verstehst du kognitiv, woher deine Schwierigkeiten kommen, aber dein Fühlen und Handeln verändern sich noch nicht spürbar. Dann kann es hilfreich sein, nicht nur über Themen zu sprechen, sondern sie auch ganzheitlich körperlich, emotional und im Hier und Jetzt zu erforschen.
Du musst nicht genau wissen, ob das, was du erlebt hast, „traumatisch genug“ war. Entscheidend ist nicht, wie etwas von außen bewertet wird, sondern wie dein Körper, dein Nervensystem und dein Erleben darauf reagieren.
Vielleicht sehnst du dich nach mehr Verbundenheit mit dir selbst, deinem Körper und deiner Umwelt. Somatic Experiencing kann ein Weg sein, diesem Kontakt langsam und behutsam wieder näherzukommen.
Stress, Alarm & Überforderung
SE kann dich unterstützen, wenn du …
dich schnell überfordert, angespannt oder innerlich alarmiert fühlst
stark körperlich oder emotional reagierst, obwohl rational gerade keine akute Gefahr besteht
schnell hochfährst und schwer wieder zur Ruhe kommst
Schlafprobleme hast
häufig innere Unruhe, Angst, Panik oder Anspannung erlebst
Taubheit, Erstarrung & Dissoziation
SE kann passend sein, wenn du …
dich leer, taub, depressiv, abgeschnitten von der Welt oder erschöpft fühlst
das Gefühl hast, nicht richtig da zu sein
deinen Körper wenig spürst
deinen Körper erst dann wahrnimmst, wenn er sehr laut oder schmerzhaft wird
behutsam mehr Kontakt, Orientierung und Selbstwahrnehmung entwickeln möchtest
Trauma, Schock & körperliche Beschwerden
SE kann hilfreich sein, wenn du …
traumatische oder belastende Erfahrungen gemacht hast
PTBS Symptome hast
transgenerationales Trauma aufarbeiten möchtest
dein System auf eine Operation vorbereiten möchtest
körperliche Beschwerden ohne klare organische Ursache erlebst
begleitend zu medizinischer Behandlung psychosomatisch und traumasensibel mit körperlichen Beschwerden arbeiten möchtest
Wie eine Sitzung aussehen kann
Eine Sitzung mit SE kann sehr unterschiedlich aussehen. Manchmal sprechen wir über ein Thema. Manchmal achten wir auf Körperempfindungen, Atmung, Orientierung im Raum, innere Bilder, Bewegungsimpulse, Emotionen, Grenzen, Ressourcen oder kleine Momente von Erleichterung. Oftmals ist es eine Mischung aus alldem.
Ich lade dich ein, im Hier und Jetzt neugierig zu erforschen, was du gerade wahrnehmen kannst.
Mögliche Fragen können sein:
Was passiert in deinem Körper, wenn du an ein bestimmtes Thema denkst?
Wie erlebst du Emotionen in deinem Körper?
Wo entsteht Anspannung?
Wo gibt es vielleicht einen kleinen Moment von Ruhe?
Was hilft dir, dich im Raum zu orientieren?
Welche Grenze möchte dein Körper vielleicht ausdrücken?
Welche Bewegung wurde früher vielleicht unterbrochen und kann heute ausgeführt werden?
Was gibt deinem Nervensystem ein Gefühl von mehr Sicherheit?
Dabei arbeiten wir langsam und in kleinen Schritten. Gerade bei Trauma ist es wichtig, nicht zu schnell zu viel zu öffnen, da es zu Retraumatisierung kommen kann. Deshalb geht es immer wieder um Stabilisierung, Ressourcen, Orientierung und das Wahrnehmen und Respektieren eigener Grenzen.
Warum der Körper wichtig ist
Viele Menschen versuchen, belastende Erfahrungen vor allem über Denken, Verstehen oder Analysieren zu bearbeiten. Das kann wichtig und hilfreich sein. Gleichzeitig reicht es manchmal nicht aus.
Die Erregung des Nervensystems, die in traumatischen oder überwältigenden Erfahrungen entstanden ist, kann im Körper stecken bleiben. Sie kann sich dann körperlich oder emotional zeigen und im Nervensystem nachwirken – auch lange nach dem eigentlichen Ereignis. Der Körper reagiert dann weiter, obwohl gerade keine akute Gefahr mehr besteht: mit Enge, Zittern, Druck, innerer Unruhe, Ängsten, Erschöpfung, Rückzug, Schmerzen, Erstarrung, Hitze, Kälte, Atemveränderungen oder dem Impuls, wegzugehen, zu kämpfen, sich klein zu machen oder zu verschwinden.
Diese Reaktionen sind nicht falsch. Ganz im Gegenteil: Sie sind Ausdruck von klugem Schutzverhalten des Körpers oder alten Überlebensstrategien, die als Antwort auf überfordernde oder traumatische Erfahrungen entstanden sind. In SE geht es darum, diesen Reaktionen mit Interesse, Langsamkeit und Respekt zu begegnen. Es geht darum, sanft zu erforschen, was der Körper mitteilt, und zu lernen, ihm zu geben, was er braucht. Auf diese Weise kann sich die im Körper gebundene Aktivierung schrittweise lösen und Raum für neue Erfahrungen von Freude, Ruhe und Lebendigkeit entstehen.
Der Körper ist nicht nur ein Ort von Symptomen, Schmerz oder Belastung. Er ist auch ein Ort von Erinnerung, Schutz, Weisheit und Transformation.
Trauma, Macht und gesellschaftlicher Kontext
Trauma entsteht nicht nur durch einzelne persönliche Ereignisse. Überwältigung, Stress und Verletzung stehen oft auch in Verbindung mit den gesellschaftlichen Bedingungen, in denen wir leben: mit Diskriminierung, Rassismus, Queer- und Transfeindlichkeit, Ableismus, Klassismus, patriarchaler Gewalt, Migrationserfahrungen oder Armut.
Auch transgenerationale und kollektive Traumata können im Körper und im Nervensystem wirken. Manchmal tragen Menschen nicht nur die Spuren eigener biografischer Erfahrungen, sondern auch die Folgen von Gewalt, Verlust, Anpassung, Schweigen oder Überlebensstrategien, die über Familien, Communities oder gesellschaftliche Geschichte weitergegeben wurden.
Deshalb verstehe ich Traumaarbeit nicht als rein individuellen Prozess. In meiner Arbeit mit SE werden Erfahrungen nicht aus ihrem sozialen Zusammenhang gerissen oder vorschnell individualisiert. Strukturelle Diskriminierung kann belastend und retraumatisierend wirken und darf in der Traumaarbeit ebenso Raum bekommen wie persönliche Erfahrungen.
Heilung bedeutet für mich deshalb nicht, dich an belastende oder gewaltvolle Verhältnisse anzupassen. Sie kann auch bedeuten, wieder mehr Kontakt zu deinen Grenzen, deiner Würde, deiner Lebendigkeit, deiner Verbundenheit und deiner eigenen Handlungskraft zu finden.
Was sich verändern kann
Ich mache keine Heilungsversprechen. Veränderungsprozesse sind unterschiedlich, nicht linear und brauchen Zeit.
Was in der gemeinsamen Arbeit wachsen kann, ist zum Beispiel:
mehr Kontakt zu deinem Körper
mehr Orientierung im Hier und Jetzt
mehr Verständnis für dein Nervensystem
mehr Kapazität, mit unangenehmen Gefühlen zu sein, wie Angst oder Überforderung
mehr Zugang zu deinen Grenzen und Bedürfnissen
mehr Stabilität und innere Sicherheit
mehr Verbindung zu deinen Ressourcen, deiner Kraft und Lebendigkeit
mehr Fähigkeiten, bewusst zu handeln, statt automatisch zu reagieren
mehr Mitgefühl für dich selbst und deine Schutzstrategien
mehr Bewusstsein für und Vertrauen in die Signale deines Körpers
mehr Verbundenheit zu dir selbst und zu anderen
mehr Klarheit und Verständnis darüber, was zu dir gehört und wie du damit umgehen kannst
Manchmal bedeutet Veränderung nicht, dass etwas sofort verschwindet. Manchmal bedeutet Veränderung, dass dein Körper nach und nach neue Erfahrungen machen darf: Ich bin hier. Ich habe Zeit. Ich bin nicht mehr allein. Ich kann mich orientieren. Ich kann spüren. Ich kann wählen. Ich lebe.
Ablauf
Ein erster Schritt ist ein Kennenlerngespräch. Dort schauen wir gemeinsam, worum es dir geht, was du dir wünschst und ob meine Arbeitsweise für dich passend ist.
Wenn wir uns für einen gemeinsamen Prozess entscheiden, orientieren wir uns an deinem Tempo und deinem Nervensystem. Gerade in der Traumaarbeit ist mir wichtig, dass wir nicht zu schnell in schwierige Inhalte gehen, sondern zuerst genug Stabilität, Ressourcen und Vertrauen aufbauen.
Sitzungen können online oder vor Ort in Berlin-Neukölln stattfinden.
Du musst dein Anliegen nicht perfekt formulieren können. Es reicht, wenn du eine Ahnung hast, dass du dich dir selbst vorsichtig zuwenden möchtest.
Häufig gestellte Fragen
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Nein. In Somatic Experiencing ist es nicht notwendig, belastende Erfahrungen ausführlich zu erzählen oder noch einmal komplett zu durchleben. Oft arbeiten wir mit dem, was heute im Körper, im Nervensystem und im Erleben spürbar wird. Du entscheidest mit, wie viel du erzählen möchtest und was gerade zu viel wäre.
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Ja. Viele Menschen kommen gerade deshalb, weil sie wenig Körperkontakt haben, sich taub fühlen oder ihren Körper erst dann bemerken, wenn er sehr laut wird, z. B. in Form von Schmerzen oder anderen Erkrankungen. Dann beginnen wir besonders langsam und niedrigschwellig – zum Beispiel mit Orientierung, Ressourcen, kleinen Empfindungen oder der Frage, was gerade auch nur ein kleines bisschen Halt gibt.
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Ja, ich begleite Menschen mit unterschiedlichen belastenden und traumatischen Erfahrungen. Bei komplexem Trauma ist es besonders wichtig, langsam, stabilisierend und beziehungsorientiert zu arbeiten. Oft geht es zunächst weniger um einzelne Erinnerungen, sondern um Sicherheit, Orientierung, Grenzen, Beziehungserfahrungen und den Aufbau von innerer Kapazität.
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Somatic Experiencing fokussiert stärker auf Trauma, Stressreaktionen und das Nervensystem. Körperorientierte systemische Therapie betrachtet breiter deine Muster, Beziehungen, Lebenskontexte, inneren Anteile, Werte und Handlungsspielräume. In meiner Arbeit können sich beide Ansätze ergänzen.
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Ja. Ich möchte einen Raum schaffen, in dem queere, trans, nichtbinäre und andere LGBTQIA+ Lebensrealitäten sich frei entfalten können. Pronomen, Beziehungskonstellationen, Körper, Ambivalenzen und Diskriminierungserfahrungen dürfen Teil des Prozesses sein, ohne dass du dich dafür rechtfertigen musst.
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Ja. Somatic Experiencing kann nicht nur bei klar benannten traumatischen Erfahrungen hilfreich sein, sondern auch bei Stress, Überforderung, innerer Anspannung, Erschöpfung oder dem Gefühl, ständig im Alarmzustand zu sein. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie dein Nervensystem reagiert und was es braucht, um wieder mehr Gleichgewicht zu finden.
Wenn du dich angesprochen fühlst
Vielleicht möchtest du deinen Körper besser verstehen.
Vielleicht reagiert dein Nervensystem schneller, als du denken kannst.
Vielleicht möchtest du dich mit Trauma oder Stress beschäftigen, ohne dich zu überfordern.
Vielleicht suchst du einen Raum, in dem dein Körper nicht als Problem betrachtet wird, sondern als Teil deiner Geschichte, deiner Weisheit und deiner Veränderungsmöglichkeiten.
Vielleicht möchtest du Traumarbeit in einem machtkritischen Rahmen machen, in dem historische und strukturelle Traumata ebenso anerkannt und gewürdigt werden wie persönliche Erfahrungen.
Wenn du das Gefühl hast, dass Somatic Experiencing zu dir passen könnte, schreibe mir gern und wir vereinbaren ein erstes Gespräch.
